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Montag, 2. Mai 2011

content4u hat für download-service.de vor Gericht verloren

Content4u die bekannte Kostenfallen-Betreiberin der Gebrüder Adamca musste mit der Abofalle download-service.de vor dem Frankfurter Amtsgericht eine Riesenschlappe hinnehmen:

In einer Pressemitteilung der Verbraucherschutzzentrale Schleswig-Hollstein lesen wir das folgende

Die Firma Content4U GmbH, die seit Jahren Abofallen im Internet betreibt, hat vor dem Amtsgericht in Frankfurt am Main eine empfindliche Niederlage hinnehmen müssen.

Die dortige Richterin hatte zu beurteilen, ob der Preishinweis auf der
Seite download-service.de so deutlich gestaltet ist, dass es hier zu einem 2-Jahres-Vertrag über 192,- € (pro Monat 8,- €) gekommen sei.

Dies verneinte die Richterin. Der hier in Frage stehende Preishinweis sei eine allgemeine Geschäftsbedingung, die für den Verbraucher i. S. d. § 305c Abs. 1 BGB überraschend sei und somit nicht Vertragsbestandteil werde.

Infolgedessen fehlt den Forderungen die Rechtsgrundlage.


Dieses Urteil ist schon deswegen begrüßenswert, weil es den meisten Anbietern von Kostenfallen im Internet die Grundlage für ihre unberechtigten Forderungen eindeutig entzieht.

Ob die Gebrüder Adamca dieses Urteil genau so begrüßen, wie tausende abgezockter Verbraucher ?


Hier ein Screenshot von download-service.de, die als Nachfolger von  My-Downloads.de gilt, eine der zahlreichen Abofallen des Abofallen-Königs Michael Burat:



Minka hat gehört, daß den Abzockern auf Grund zahlreicher Beschwerden von Verbraucherseite das Bankkonto gekündigt wurde und rät, erst mal nix zu bezahlen und den Geldbeutel zu schonen

Betroffene, die eine Rechnung oder Mahnung in Papierform erhalten haben, sollten dieser widersprechen und erst mal abwarten.

Sollte ein richtiger Mahnbescheid eines deutschen Amtsgerichts zugestellt werden, dann unbedingt reagieren und ebenfalls (kostenlos) widersprechen. Dann sind erst mal die Abzocker wieder dran und müssen Gerichtskosten vorstrecken, für ein Verfahren mit ungewissem Ausgang. Nachdem sie in Frankfurt eine Schlappe erhalten haben ist die nächste Niederlage wohl auch in petto.

Dienstag, 15. März 2011

Eventus Lernsysteme GmbH zockt ab mit eu-routenplaner.com

Da hat sich vor ein paar Jahren eine feine Truppe gefunden, um unbedarfte Surfer über den Tisch zu ziehen. Seitdem machen die Herren Christian Wagner, Christof Michael und Darko Vipic mit den verschiedensten Abzockprojekten das Internet unsicher.

Neben dem dreisten online-einbuergerungstest.de der Cybertainment GmbH war/ist besonders die Masche mit den Fahrschultests und Routenplanern ein Ärgernis. Die wurde schon von den Vorgängerfirmen ProCode Marketing GmbH, Hama Media GmbH, New Content GmbH sowie der Cybertainment Gmbh betrieben. Anfang des Jahres wurde die Cybertainment Gmbh umbenannt und heisst nun Eventus Lernsysteme GmbH.
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin).
Aktenzeichen: HRB 116654 B
Bekannt gemacht am: 10.02.2010 12:00 Uhr

In () gesetzte Angaben der Anschrift und des Geschäftszweiges erfolgen ohne Gewähr:

Veränderungen

09.02.2010

Cybertainment GmbH, Berlin, Potsdamer Str. 96, 10785 Berlin. Firma: Eventus Lernsysteme GmbH Rechtsform: Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 13.01.2010 ist der Gesellschaftsvertrag geändert in § 1 (Firma, Sitz)..
Quelle: Handelsregister

Da nach der Umbenennung die Firma Cybertainment GmbH nun mehr zur Historie gehört, war es den Verantwortlichen Herren wohl egal, so dass sie unter dem alten Namen Cybertainment GmbH noch fleissig per Spam geworben haben für ihre Test-Abzockseiten. Und mit der aktuellen Firma Eventus Lernsysteme GmbH ist man wieder mit einem Routenplaner auf Kundenfang. Die dazugehörende Webseite wurde erst im Mai registriert und ist zu erreichen unter:
  • eu-routenplaner.com
Der Kostenhinweis ist hier, wie gewohnt, wieder nur im Kleingedruckten versteckt. Ob die Opfer den aber zu sehen bekommen, darf angesichts der bekannten Tricks der Gauner bezweifelt werden.

Zu Schluss sei noch erwähnt, dass sich auch der Firmensitz der Eventus Lernsysteme GmbH geändert hat. Man residiert nun nicht mehr am Potsdamer Platz und ist umgezogen in die Karl-Liebknecht-Strasse 5

IMPRESSUM von eu-routenplaner.com:

Eventus Lernsysteme GmbH
Karl-Liebknecht-Str. 5
10178 Berlin
Geschäftsführer Christof Michael
Handelsregisternummer HRB 16654
Steuernummer 37/413/21623
USt.-Id.-Nr. DE 261999341
Telefon 018050126701
Telefax 0900 57 77 719
Email: support@eventus-lernsysteme.de
webseite: eventus-lensysteme.de

Es gibt eine negative W.O.T. Scorecard hier

Ausserdem befindet sich eu-routenplaner.com von eventus in der Abzocker-Datenbank von computerbild

WARNUNG: man hat trotz Neustrukturierung nichts dazugelernt und zockt anscheinend fleissig weiter ab.

Diesmal werden die Opfer sogar zu Hause angerufen und man versucht diese dann am Telefon einzuschüchtern und zu Zahlungen für angeblich eingegangene Abos zu bewegen

Siehe auch Kommentar auf abzocknews
Quelle: antiabzockenet

Dienstag, 1. Februar 2011

www.eu-verbraucher.de - Neue Webseite klärt über Abofallen auf

Kehl – Verbraucher müssen im Internet genauso wachsam sein wie im wirklichen Leben – unter diesem Motto steht die Informationskampagne des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ) Deutschland über Abo-Fallen im Internet. Ziel ist es, Verbraucher umfassend zu informieren: Damit sie die Tricksereien frühzeitig erkennen und auch ihr Verhalten im Internet ändern.
Wie sieht die Gesetzeslage aus und welche Urteile sollte man kennen?

Auf der neuen Internetseite www.Vorsicht-im-Netz.de erhalten Verbraucher Antworten auf alle wichtigen Fragen: Woran erkenne ich Abo-Fallen und welche Maschen nutzen ihre Betreiber? Was kann man tun, um nicht in die Falle zu tappen? Wie sieht die Gesetzeslage aus und welche wichtigen Urteile sollte man kennen? Hilfestellungen gibt es auch für all diejenigen, die bereits in eine Abo-Falle getappt sind. Dafür stehen Musterbriefe und Informationen bereit, wie sie ihre Rechte gegenüber dem Anbieter selbst durchsetzen können.
Um das Verständnis weiter zu erleichtern, gibt es auf dieser Website zusätzlich Videobeiträge, ein Quizspiel und ein Diskussionsforum: Dort können sich betroffene Verbraucher untereinander austauschen oder auch bei den Juristen des EVZ Deutschland in rechtlichen Fragen Rat einholen.
Europäische Dimension des Problems im Blick: das EVZ Deutschland

Durch den Projektträger, das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland, wird auch die europäische Dimension des Problems berücksichtigt: Gerade im Zusammenhang mit „Internetabzocke“ nutzen viele unseriöse Anbieter einen Geschäftssitz im EU-Ausland, um ihre Identität zu verbergen, ihre Haftung auszuhebeln und die Rechtsdurchsetzung gegen sie zu vereiteln. Weil sich Verbraucher hierdurch besonders verunsichern lassen, besteht in dieser Hinsicht ein besonderer Informationsbedarf. Das EVZ Deutschland ergänzt somit die Informationsangebote der Verbraucherzentralen. Es ist ausschließlich grenzüberschreitend tätig und hat die Aufgabe, über die Chancen und Risiken des EU-Binnenmarktes zu informieren und das Vertrauen in den gemeinsamen Markt zu stärken. Mehr Informationen über die Tätigkeiten des EVZ Deutschland finden sie auf dessen Homepage: www.eu-verbraucher.de

Finanziert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Dienstag, 25. August 2009

Online-downloaden - das neue Abzock-Portal ?

CHIP Tipp: Diese Abzock-Seiten sollten Sie kennen

Download-Abzocke: Wenn Sie diese Seite zu sehen bekommen, hat Online-Downloaden.de etwas falsch gemacht.
Nachdem Opendownload.de und ähnliche Seiten sich leider offenbar immer noch rentieren, ist nun ein weiterer Anbieter auf den Zug aufgesprungen: Bei Online-Downloaden.de werden für den Download von Gratis-Software 84 Euro pro Jahr fällig.

Online-Downloaden.de ist dabei besonders perfide aufgebaut: Auf der Startseite wird groß und deutlich auf die anfallenden Kosten hingewiesen - doch wer über Ad-Words zu dem Portal gelangt, wird direkt auf die Anmelde-Seite geleitet, auf der der Hinweis nur noch sehr klein angebracht ist. Da derartige Web-"Dienste" traditionell weit mehr als 90 Prozent ihrer Opfer über Text-Anzeigen bei Google & Co. finden, ist es fast schon blanker Hohn, die Kosten auf einer Seite zu bewerben, auf die diese User nie gelangen werden. Hier wird offenbar versucht, ein Gefühl von Transparenz aufzubauen, während im Hintergrund unbedarfte Internet-Nutzer abgezockt werden.

Michael B., der Betreiber von Online-Downloaden.de ist in der Vergangenheit bereits mit den Abzock-Seiten 99downloads.de und online-zitatesammlung.de negativ aufgefallen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband rät Personen, die bereits in die Abo-Fallen von dubiosen Angeboten wie Online-Downloaden.de geraten sind, sich gegen unberechtigte Rechnungen zu wehren. Infos. auch http://onlinedetektiv.com

Quelle: http://www.chip.de

Dienstag, 4. August 2009

Initiative gegen ABZOCKSEITEN im Internet

Verbraucherzentrale Bundesverband und Computerbild machen gegen unseriöse Online-Anbieter mobil.
Kosten, die bei Verträgen im Internet entstehen, sollten die Nutzer vorher immer separat bestätigen müssen. Das fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), um die rasante Ausbreitung so genannter Kostenfallen im Internet zu stoppen.

Täglich suchen Betroffene bei den Verbraucherzentralen Rat.

„Wenn nichts passiert, können wir das Internet bald in World-Wide-Nepp umbenennen“

so Vorstand Gerd Billen. Einen aktuellen Schutz für Verbraucher bietet eine von der Zeitschrift Computerbild entwickelte Software.

Ob Hausaufgabenhilfen, Kochrezepte oder Software: Mit unzähligen vermeintlichen Gratis-Diensten locken unseriöse Anbieter Internetnutzer in eine Kostenfalle. Viele Verbraucher rechnen nicht damit, für Dienste zahlen zu müssen, die es im Internet im Normalfall kostenlos gibt.

Im guten Glauben geben sie ihren Namen und ihre Adresse an – und haben ein teures Abo oder einen kostenpflichtigen Zugang abgeschlossen. Kurze Zeit später kommt die Rechnung, Beträge von 200 Euro für zwei Jahre sind keine Seltenheit. Wer die unverschämten Rechnungen nicht begleicht, wird mit Drohungen, Mahnschreiben und Inkassobriefen eingeschüchtert. Das wirkt: Viele Nutzer zahlen aus schierer Angst.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert deshalb klarere gesetzliche Vorgaben, um die Preistransparenz im Internet zu erhöhen.

„Dass ein Angebot Geld kostet muss für jedermann erkennbar sein, etwa durch ein deutlich sichtbares Abfragefeld“

so Billen. In Frankreich ist dies bereits Gesetz, Kostenfallen sind dort kein Thema. In Deutschland liegt der Schaden im Millionenbereich. Nach Angaben der Computerbild verschickte die Firma Content Services Limited., Betreiber der berüchtigten Abzock-Seite opendownload.de, im April dieses Jahres in einer einzigen Woche 170.000 Rechnungen zu je 96 Euro. Hat nur jeder Zehnte die Forderung beglichen, bliebe ein Gewinn von rund 1,5 Millionen Euro, erzielt innerhalb weniger Tage.

Seit Jahren gewinnt der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen unseriöse Online-Anbieter ein Verfahren nach dem anderen. Trotzdem nimmt die Abzocke weiter zu. Mit geringer Anpassung starten die Betreiber einfach ein neues Angebot. Schärfere Sanktionen gegen die Hintermänner könnten helfen, diesem Hase und Igel-Spiel einen Riegel vorzuschieben.

„Anwälte, die im Auftrag der Betreiber Mahnschreiben wie Postwurfsendungen verschicken, muss die Zulassung entzogen werden können“

fordert Billen. Auch stünden die Banken in der Pflicht, einschlägig bekannten Anbietern ein Konto zu verweigern.

Software schützt vor Abzock-Seiten
Da Aufklärung und Abmahnungen nicht mehr ausreichen, haben der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Zeitschrift Computerbild ihre Kräfte gebündelt. Eine Hilfe für Internetnutzer bietet jetzt die von Computerbild entwickelte Software „Abzock-Schutz“.

„Das kostenlose Programm lässt sich einfach in die Browser Firefox und Internet Explorer integrieren. Es warnt die Internetnutzer vor dem Besuch unseriöser Seiten und verweist auf gebührenfreie Alternativen“

erklärt Chefredakteur Hans-Martin Burr. Herz der Software ist eine Datenbank, die bei jedem Start des Browsers aktualisiert wird. Eine Allianz aus Verbraucherschützern, Anwälten, dem Internetportal abzocknews.de und der Computerbild-Redaktion ergänzt diese Sperrliste ständig weiter. Zusätzlich kann jeder Nutzer selbst verdächtige Seiten melden.

Betroffenen rät der Verbraucherzentrale Bundesverband, Rechnungen nicht zu begleichen und sich im Zweifel an die örtliche Verbraucherzentrale zu wenden. Die Gefahr, von den Anbietern verklagt zu werden, ist erfahrungsgemäß äußerst gering.

„Das ganze System ist darauf angelegt, die Rechnungsempfänger zu verängstigen und direkt zur Zahlung zu bewegen. An einer gerichtlichen Klärung haben die Anbieter gar kein Interesse“

so Billen. Wer einmal gezahlt hat, dessen Geld ist in der Regel verloren. Viele Unternehmen sitzen im Ausland und verschwinden von der Bildfläche sobald jemand Schadensersatzansprüche stellt.

Hier der Link zur Schutzsoftware http://tinyurl.com/n9cbyl

quelle: vzbv

Donnerstag, 23. Juli 2009

Gulli.com: ein Vorzeigeportal der Abofallenbetreiber


Früher war das "Gulli" echt mal gut - leider hat sich das mit den neuen Besitzern gewandelt:
Tretminen gab es auf der Piraten- und Hackerseite “Gulli.com” schon immer. Während sich Gulli-Gründer Randolf Jorberg (27) aus Bochum in Nordrhein-Westfalen noch ein paar Tausender nebenher im Monat für Dialer-Umleitungen (0190er-Nummern) zu Testversionen von neuen Produkten hinzuverdiente, geht es für den neuen Besitzer Valentin Peymann Fritzmann (25) aus Wien (Österreich) heute um Millionen.
Egal, was Sie auf Gulli herunterladen wollen, Sie landen immer auf Firstload, einem Bezahlzugang (Jahresabo 94,80 Euro) für Umsonst-Software. Jahreseinnahme: 25 Millionen Euro.
Firstload gehört Dr. Robert Fritzmann (50) aus Wien. Sein Sohn Valentin hat sich die alte Piratenseite und den Untergrund-Chat “Board.gulli.com” (900.000 registrierte User) im Februar 2008 für einen sechsstelligen Betrag gekauft. Offensichtlich zu dem einzigen Zweck, um neue Opfer für seine Inkassodienste in Wien und Vlotho (Teutoburger Wald) zu finden.
GoMoPa rief bei der InQnet GmbH im Wiener Galaxy Tower an. Das ist die Firma von Valentin Fritzmann, über die er die angebliche Verbraucherseite Gulli betreibt. GoMoPa will wissen, warum die einstige Piratenseite zur reinen Werbeseite für Firstload verkommen ist.
Zunächst meldet sich am Telefon ein Rene Aneter. Er stellt sich als der Projektentwickler für Gulli vor. Zunächst behauptet er:
“Nicht alles wird auf Firstload umgeleitet.”
GoMoPa kontert: “Doch, Sie können eingeben, was sie wollen.”
Aneter streitet nicht lange und sagt:
“Firstload ist unser Werbepartner. Da fährt die Bahn drüber. Punkt.”
Soll heißen, mehr gibt es nicht zu sagen.
GoMoPa setzt dennoch nach: Aber dann verstehen wir Ihren Testbericht über Firstload nicht, der mit einer klaren Gulli-Empfehlung endet. Wie auch sonst? Man kann ja schlecht etwas seriös testen, wenn man es zugleich bewirbt.
Aneter gibt zu: “
Ja, das ist unglücklich. Der Testbericht wird noch überarbeitet”. Dann geht er zum Angriff über: “Aber was haben Sie gegen Firstload? Der Zugang ist ab 18 Jahre, und die Kosten sind doch ausgewiesen. Ich habe mal einen Mann, Mitte 30, der sich beschwert hat, gefragt, warum er sich angemeldet hat. Er sagte, er habe keine Zeit gehabt, sich die AGBs durchzulesen. Ist deshalb Firstload schlecht?”
GoMoPa verlangt den Chef zu sprechen.
Valentin Fritzmann geht sofort in die Vollen:
“Kennen Sie Firstload überhaupt?”
GoMoPa muss zugeben: “Nein, genutzt haben wir die Seite noch nicht.”
Fritzmann erleichtert und siegesgewiß:
“Glauben Sie mir, wenn Sie auch nur eine Stunde mit Firstload gearbeitet hätten, würden Sie mich begeistert anrufen.”
GoMoPa verweist auf Tatsachen. Nämlich die AGBs, nach denen bereits 15 Euro fällig werden, wenn man nur einen falschen Vornamen angibt, und nach denen eine Widerspruchsfrist erlischt, wenn man über die engen Gigabytegrenzen hinaus herunterlädt, weil dann sofort das nächsthöhere Abo beginnt.
Fritzmann:
“Ach AGBs. In der Praxis hält sich doch niemand an die AGBs.”
GoMoPa: Das sehen Ihre 200 Inkassoeintreiber um Frank Babenhauserheide in Deutschland anders.
Fritzmann:
“Mit Deutschland habe ich nichts zu tun. Ich war nirgendwo in Deutschland. Haben Sie Beweise dafür, dass ich in Deutschland war?”
GoMoPa hat. Denn die beiden Fritzmänner waren nicht unsichtbar, als sie sich im Juni zur Krisensitzung mit Frank Babenhauserheide in Herford (Nordrhein-Westfalen) im Inkassobüro von Collector trafen. Die Mitarbeiter haben Handy- und Internetverbot, bis der “Maulwurf” gefunden ist, der das Krisentreffen verriet, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover drei Inkassokonten mit fast einer Million Euro einfrieren ließ.
Was die Staatsanwaltschaft dabei am meisten interressiert: Wie kommen die Inkassofirmen der Fritzmänner an Adressen für täglich 10.000 Inkassobriefe, die alleine die Operationszentrale von Mega-Downloads und Firstload in Vlotho verlassen? Denn immer weniger Anzeigende waren wirklich auf den Seiten von Firstload oder Mega-Downloads.
GoMoPa traf sich mit einem Insider, der darüber sehr genau Bescheid weiß.
GoMoPa: Wie funktioniert die Adressenbeschaffung auf Gulli?
Insider:
“Erstens, Gulli wirbt für Firstload. Firstload wirbt für anonymes kostenloses unbegrenztes Herunterladen von Programmen innerhalb von zwei Wochen. Wer es schafft, nicht in die Falle zu tappen, also unter 3 Gigabyte bleibt, hat ja dennoch seine Daten eingegeben, obwohl das Herunterladen doch anonym sein soll. Er bekommt einen Inkassobrief.”
GoMoPa: Dann wäre ja Gulli eine Adress-Schaufel für die Inkassoeintreiber?
Insider:
“Nur zu einem kleineren Teil.”
GoMoPa: Und der größere Teil?
Insider:
“Das läuft über Pop-Ups und Browser-Spiele. Valentin Fritzmann behauptet immer, er entwickelt neue Online-Spiele und bringt sie auf den Markt. Aber das ist Quatsch. Er verwaltet nur Geld. Er beauftragt die sogenannte Rumänenbande mit der Entwicklung von Browser-Spielen. Das sind Matthias Müller (32) und Abdulla Saleh (32) von Mymovies, elicious, EyeStar und networx aus der Leopoldstraße 19 in München und Nico Gabriel Carjea, mit dem sie in Sibiu (Hermannstadt in Rumänien) die Firma SC Net Venture SRL betreiben. Sie sind zum Beispiel dafür verantwortlich, wenn beim Surfen im Internet plötzlich ein Popup-Fenster aufgeht mit den Worten: Sie haben einen Z4 gewonnen. Man braucht nur seine Daten eingeben, schon ist man dabei. Das geht auch bei den kostenfreien Test-Spielen. Eingetrieben wird das Geld dann über Collector, Support & Service und Web Service von Frank Babenhauserheide. Und über den Buchhalter der Fritzmänner, Reinhard Pils, in Wien kommt das Geld nach Österreich oder zu Briefkasten-Treuhandfirmen in Dubai.”
GoMoPa: Gibt es noch mehr Adress-Beschaffmöglichkeiten, die die Fritzmänner nutzen?
Insider:
“Und ob. Die Preisangabe baut sich auf der Bezahlseite in Zeitlupe auf. Man sucht zum Beispiel bei Google nach einem Programm, sagen wir Office oder Acrobate Reader. Es erscheinen viele Seiten. Ganz oben scheinbar völlig Neutrale. Die sind in Wirklichkeit von Mega-Downloads.net bezahlt. Klickt man auf eine dieser Seite, wird man sofort auf Mega-Downloads.net umgeleitet. Die Gemeinheit besteht darin, dass man es gar nicht merken kann.”
GoMoPa: Wieso kann man es nicht merken?
Insider:
“Weil die Schrift, also die Beschreibung der Seite, im Textformat HTML geschrieben ist. Aber die Preisangabe für das Abo ist nicht in HTML, sondern wird als hochauflösendes Foto im Format BIT eingespielt. Wer nun kein Hochgeschwindigkeits-Internet mit einem superschnellen Rechner hat, gibt seine Angaben in dem Glauben ein, dass das Programm kostenlos ist. Wenn dann das Foto mit dem Preis hochgeladen ist, ist es zu spät. Man bekommt in jedem Fall nach einer Woche einen Inkassobrief über 96 Euro für Mega-Downloads.net und 45 Euro Anwaltsgebühren.”
GoMoPa: Was ist mit gekauften Datensätzen?
Insider:
“Ja, das wird immer wieder von den Fritzmännern oder anderen Chefs als Ausrede ins Spiel gebracht. Mega-Downloads.net würde angeblich 100 Affiliates haben. Das sind Leute, die Adressen mit Bankverbindungen für 50 Cent kaufen und dann an Mega-Downloads für 15 Euro und mehr pro Adresse verkaufen. Mega-Downloads würde erst merken, dass die Adressen nicht stimmen, wenn Widersprüche kommen. Dann seien die Affiliates über alle Berge. Doch dies ist nur eine Ablenkung von der Wahrheit. Das Geschäft würde sich für Mega-Downloads doch gar nicht rechnen, weil erfahrungsgemäß nur ein bis zwei Prozent der Angeschriebenen auch wirklich zahlen. Deshalb gibt es diese Geschäfte in Wirklichkeit gar nicht. Und Betrug wäre es ja allemal, eine Adresse zu verwenden, wenn man gar nicht sicher ist, dass derjenige überhaupt auf einer Aboseite war.”
Gibt es auf Gulli eine Zensur?
GoMoPa schrieb alle 12 Moderatoren des Boards an und wollte ihre Meinung zum Gulli-Missbrauch als Werbeplattform und Adressenschaufel für Abzockseiten wissen?
GoMoPa wurde sofort geperrt. “Aufhebung der Sperre: Nie!”
Damit nicht genug. Seit der Berichterstattung über Mega-Downloads.net wird GoMoPa mit DDOS-Attacken überzogen.
Insider:
“Ja, Kritiker werden von uns mit Spam-Anfragen zugebombt. Das machen unsere Maschinen in Rumänien.”
GoMoPa: Aber Gulli berichtet ebenfalls über DDOS-Attacken und bietet sogar ein Abwehrprogramm an.
Insider:
“Ich würde kein Abwehrprogramm von jemanden kaufen, der mich zuvor attackiert hat. Es könnte ein Spion sein.”
Und was sagt der Gründer und Ex-Chef von Gulli zu dem Zustand seines Babys?
Jorberg:
“Ich habe seit dem Verkauf mit der ganzen Sache abgeschlossen.”
GoMoPa: Aber Sie sind doch noch als User aktiv.
Jorberg:
“Na ja, alle drei Wochen schaue ich mal vorbei.”
GoMoPa: Sie wurden als Dialer-King bezeichnet.
Jorberg:
“Den Namen haben mir andere gegeben.”
GoMoPa: Kannten sie die Gebrüder Schmidtlein aus Büttelsborn in Hessen? Andreas Walter Schmidtlein (34) hatte mit Dialern sein erstes Vermögen verdient?
Jorberg:
“Vielleicht habe ich den einmal getroffen. Befreundet waren wir nie.”
Schade, dass Jorberg da so vergesslich ist. Gulli.com von Jorberg wurde unter Jorbergs Firma “fliks ist-solutions GmbH & Co. KG” betrieben. Die besaß wiederum die Dialerdomain Hacking.de und hatte als Betreiber Andreas Schmidtlein aus Büttelsborn. Administrator von Hacking.de war Randolf Jorberg. Jorberg und Schmidtlein bedienten sich auch des umstrittenen Rechtsanwalts Bernhard Syndikus (50) aus München. Der Anwalt saß nach Information des Hamburger Nachrichtenmagazins Der Spiegel bereits in Untersuchungshaft, weil ihm die Staatsanwaltschaft Verbindungen zum größten deutschen Raubkopiernetzwerk vorwirft. Aber sonst kannte man sich ja nicht.
GoMoPa: Sind Sie mit Valentin Fritzmann befreundet?
Jorberg:
“Nein.”
GoMoPa: Würden Sie Gulli zurückkaufen?
Jorberg:
“Erstens habe ich nicht so viel Geld und zweitens will ich nach zehn Jahren mal was Neues machen. Ich vertreibe künftig Macs und Apple-Handys.”
GoMoPa: Danke für das Gespräch.
Die Staatsanwaltschaft Hannover bittet weiter um Mitarbeit:
Alle Geschädigten von Mega-Downloads.net und Firstload sollen sich schriftlich als Zeugen melden: Staatsanwaltschaft Hannover, Postfach 109, 30001 Hannover. Das Aktenzeichen lautet: 5302 Js 41769/09.
Originalbericht auf GoMoPa


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